Advent in Schweden – eine besinnliche Zeit mit vielen Lichtern

Die Adventszeit ist in Schweden mindestens genauso wichtig wie in Deutschland. Der Monat November ist dort viel dunkler als in Mitteleuropa. Hell ist es nur ein paar Stunden am Tag und der erste Schnee ist noch nicht gefallen, also freut man sich auf die Adventszeit mit den vielen Lichtern.

Spätestens ab dem ersten Adventssonntag werden viele Lichter und Kerzen in den Häusern aufgestellt und angezündet. Wenn du nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen läufst, siehst du es aus den Fenstern und in den Gärten hell und freundlich leuchten.

Der elektrische Adventsleuchter

Der typische elektrische Kerzenleuchter mit den sieben Kerzen, ist die beliebteste Weihnachtsdekoration von allen. Dieser Leuchter, in Pyramiden- oder Bogenform, gibt es erst seit 1934 und ist aus kaputten, elektrischen Lichterketten für den Weihnachtsbaum entstanden. Anfangs dachte man, niemand würde die elektrischen Kerzen kaufen, echte Kerzen verbreiten doch eine gemütlichere Stimmung. Heute wissen wir wie falsch diese Vermutung war. Überall siehst du die elektrischen Pyramiden in der Adventszeit. Ich glaube es gibt kaum jemanden, der nicht einen von den elektrischen Kerzenleuchter zu Hause hat. Auch in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäusern und Büros verbreiten sie ein gemütliches, beruhigendes Licht.

Adventskerzen

Wie in Deutschland werden auch in Schweden jeden Sonntag vor Advent Kerzen angezündet. Die Schweden nutzen keinen Adventskranz. Es gibt speziell für den Advent angefertigte Kerzenhalter. Oft wird ein länglicher Kerzenhalter aus Kupfer mit Platz für vier Kerzen neben einander verwendet. Der Kerzenständer wird gerne mit einer moosähnlichen Pflanze oder kleinen Tannenzweige dekoriert.

Eine andere typische Art von Kerzenhalter sind kleine, rote Kerzenhalter aus Holz, mit drei kleinen Kugeln unten. Diese Kerzen werden als Vierergruppe am ersten Advent hingestellt und jeden Sonntag wird eine weitere Kerze angezündet.

Adventskalender

Der Adventskalender hat in Schweden eine lange Tradition, doch nicht so lang wie in Deutschland. In Schweden gibt es selten die Schokoladenkalender. Hier versteckt sich meistens ein schönes Bild hinter der Tür.

Um die Zeit bis Heilig Abend für die Kinder etwas spannender zu gestalten, gibt es seit 1957 einen Kalender im Radio und seit 1960 auch im Fernseher. Jeden Morgen, ab dem 1. Dezember, wird eine neue Folge im Radio und abends eine im Fernseher ausgestrahlt. Meistens wird ein Märchen in 24 Teilen erzählt, am Heilig Abend gibt es, wie es sich gehört, das Happy End. Es ist nicht immer ein klassisches Märchen, oft werden aktuelle Themen in Form eines Märchens behandelt. Passend hierzu gibt es jedes Jahr einen Adventskalender. Morgens und abends wird jeweils die entsprechende Tür aufgemacht. Dies ist jedes Jahr der meist verkaufte Adventskalender in Schweden. Ein Teil des Gewinns wird einer Kinderhilfsorganisation gespendet.

Pepparkakor (Spekulatius)

In Schweden gibt es, genau wie in Deutschland, besonderes Weihnachtsgebäck. Allerdings hat hier jede Familie meistens ihre eigenen traditionellen Rezepte, deswegen ist es schwer zu sagen, was typisch schwedisches Weihnachtsgebäck ist.

Außer „pepparkakor“ natürlich, die gehören definitiv zu Weihnachten und der Adventszeit dazu. Pepparkakor werden das ganze Jahr gerne gegessen, aber zu Weihnachten backt man sie selbst. Pepparkakor haben die gleichen Gewürze und Konsistenz wie Spekulatius. Der Teig wird meistens am Vorabend hergestellt, damit die Gewürze ihr Aroma besser entfalten können. Aus dem Teig werden nachher Plätzchen in verschiedene Formen ausgestochen. Typische Formen für das Weihnachtsgebäck sind Sterne, Herzen, Schweine, Männlein und Weiblein (die letzten beiden Formen beruhen auf einem schwedischen Weihnachtslied). Wer Zeit hat verziert alles mit Zuckerguss, aber oft werden sie „natur“ serviert.

Glögg

Ab dem ersten Advent bis Heilige Drei Könige trinken die Schweden gerne Glögg. Dies ist nicht mit dem deutschen Glühwein zu verwechseln. Das erste Mal wirst du vermutlich über die kleinen Tassen staunen, aber auch wenn es wie Glühwein schmeckt und riecht, der Alkoholgehalt ist im Normalfall um einiges höher. Hierzu kommt, dass meistens Rosinen und geschälte Mandeln dazu gereicht werden.

Pepparkakor sind oft schon Anfang Dezember fertig gebacken, damit man diese zum Glögg essen kann, und spätestens zum Lucia-Tag gibt es Lussekatter, ein Hefegebäck mit Safran.

In der Adventszeit werden Freunde und Bekannte eingeladen. Über eine Tasse Kaffee mit Gebäck, vielleicht auch einen Glögg, macht man es sich gemütlich und freut sich auf die kommenden Weihnachtstage. In Schweden ist die Adventszeit, eine Zeit der Entschleunigung, man lebt bewusster und nimmt sich Zeit für die wichtigen Menschen und Dinge und im Leben.

CATEGORY: Kultur

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